Studenten Beihilfen: Jetzt muss der Gürtel noch enger geschnallt werden

Die Regierung hat nun bekanntgegeben, was nun in nächster Zeit auf die Studenten zukommt. Die Neuerungen und Änderungen betreffen natürlich auch IT-Studenten. Die wichtigste Änderung, abgesehen von den finanziellen Einschränkungen ist die Einführung von Eingangsphase in so manches Studium.

Mit der Hilfe einer Eingangsphase erhofft sich die Regierung eine Lenkung der Studenten. Im Moment ist es so, dass rund 60 % der neuen StudentInnen sich auf 10 % der vorhandenen Studienrichtungen stürzen. Das bedeutet, dass es wenige, sehr beliebte Studienrichtungen gibt und diese Studienrichtung kapazitativ an ihre Grenze geraten sind. Da es für die Unis kaum mehr Geld gibt, sollen die Studenten über die Studieneingangsphase gelenkt werden.

Auch IT-Studien von Studieneingangsphase betroffen

Auch IT-Studien sollen eine Studieneingangsphase erhalten. Neben typischen Klassikern wie Sozialwissenschaften, Architektur oder Wirtschaftswissenschaften soll auch Informatik eine Studieneingangsphase erhalten. Dazu gehört natürlich auch Wirtschaftsinformatik, als eines der betroffenen Studien die eine Eingangsphase bekommen könnten bzw. werden. Wie die Eingangsphase aussehen wird, das ist noch offen und wird erst konkretisiert. Fix ist bislang, dass ein Weiterstudieren erst dann möglich ist, wenn die Eingangsphase positiv überstanden wurde. Die Eingangsphase wird vermutlich vor dem Beginn des Regelstudiums stattfinden. Wichtig ist hier festzuhalten, dass die Eingangsphase lediglich positiv absolviert werden muss; es wird keine zahlenmäßige Einschränkung der Studenten geben.

Neben dieser Einschränkung, wird es aber auch finanzielle Einschränkungen für Studenten bzw. für deren Eltern geben. Folgende sind das im Detail:

Familienbehilfe nur noch bis zum 24. Lebensjahr, keine 13. Familienbeihilfe und kein Mehrkinderzuschlag

Mit dem Familienbeihilfe 2011 wird es die Familienbeihilfe nur noch für StudentInnen bis zum 24. Lebensjahr geben. Bisher bekammen alle StudentInnen bis zum 26. Lebensjahr Familienbeihilfe. Dazu kommt noch, dass die 13. Familienbeihilfe, welche bislang im September ausbezahlt wurde auf 100,00 Euro runtergestuft wird und nur noch für Kinder von 6 bis 15 Jahren zur Verfügung steht. StudentInnen haben darauf keinen Anspruch mehr. Weiters gibt es keinen Mehrkinderzuschlag mehr, welchen die Eltern über ihre Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommensteuererklärung als Absetzposten ab 3 Kindern beantragen konnten.

Die StudentInnen und deren Vertreter sind natürlich keineswegs einverstanden mit diesen Kürzungen und so wird bereits im Web zur Demo aufgerufen. Hier einige Stimmen aus der Blogosphäre:

Die katastrophalen Einsparungen machen für viele Jugendliche und SchülerInnen ein Studium unmöglich.

via: http://stverzwi.wordpress.com/2010/10/26/demonstration-gegen-die-kurzung-der-familienbeihilfe/

WIR LASSEN UNS DAS NICHT GEFALLEN!
Komm vorbei und zeige der SPÖ und der ÖVP dass du nicht mit den Kürzungen einverstanden bist!

via: http://unibrennt.at/?p=16645&lang=de

Und aus makroökonomischer Sicht sind diese Einsparungen plus die Erhöhung von Massensteuern (auch wenn die Tabaksteuer und die MÖSt durchaus auch wünschenswerte Lenkungswirkungen haben können) vor allem und zum überwiegenden Teil Einkommenskürzungen eher materiell schlecht ausgestatteter Bevölkerungsschichten, sie werden also ziemlich 1:1 der Konsumnachfrage entzogen.

via: http://www.misik.at/sonstige/die-jungen-schropfen-spart-euch-das.php

Dabei ist der Titel “Familienbeihilfe” irreführend. Denn in Österreich mildert die Familienbeihilfe ein sehr großes Problem: Dass es kein funktionierendes Stipendiensystem gibt.

via: http://zurpolitik.com/2010/10/24/wir-panieren-die-jugend-teil-2011/

„Wir sind noch immer völlig fassungslos, dass die Regierung lieber umstrittene Tunnel baut statt die Zukunft der Jugend abzusichern – das ist der größte finanzielle Anschlag auf Studierende seit 15 Jahren!“

via: http://ug02.wordpress.com/2010/10/26/studiengebuhr-durch-die-hintertur/

Ganz gleich, welche Wortmeldung man auf fremden Blogs liest, es zeigt sich immer wieder das gleiche Bild. Familien und deren Kinder, die „mehr“ Bildung möchten, haben noch weniger Chancen. Da das Stipendiensystem in Österreich nur mangelhaft ausgebaut ist, werden durch die jetzigen Einsparungen noch weniger Kinder studieren können von Mitmenschen, welche nicht die finanziellen Möglichkeiten haben. Damit wird die „Elite“ des Landes verstärkt an den österreichischen Universitäten zu finden sein.

Unter folgendem Link finden sich exemplarische Rechenbeispiele, wie viel eine Familien verlieren kann, durch die Änderungen bei der Familienbeheihilfe und anderen Einsparungen.

Zum Schluss noch das wohl beste Zitat zum Thema Familienbeihilfe:

“Man kann doch zur Sanierung des Landes verlangen, dass sich die 24- und 25-Jährigen auf eigene Beine stellen.”

via: http://www.kritikus.at/2010/10/26/ausgewogene-unausgewogenheit/ bzw. http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/605025/index.do

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